ÖSTERREICHISCHER JAGDSPANIELKLUB

Jagdreferat

Jugend-, Anlagen- Erweiterte Anlagen- und Vollgebrauchsprüfung
in den Revieren Goldgeben und Weidling, Niederösterreich, am 20.9.2008

Das bereits bekannte Revier mit seinem guten Hasenbesatz, dem Baggersee mit seichtem Einstieg, und das ideale Stöbergelände bot die besten Vorraussetzungen für die Abhaltung unserer Herbstprüfung. Witterungsbedingungen: Am Morgen etwas windig leichter Regen und den ganzen Tag sehr kühl. Gemeldete Hunde 6, angetretene Hunde 5 (1JP, 3AP, 1EAP), zurückgezogen: 1 Hund (VGP)

Prüfungsleiter:   R. Taberhofer

Leistungsrichter:  R. Taberhofer, Mf. E. Spann, W. Moser, Mag. Klara Tydlitova,

Jugend- und Anlagenprüfung

Noten: Nase, Spurwille, Spursicherheit, Anlage zum Stübern, Wasserfreude, Jagdfreude, Führigkeit, Schussfestigkeit.

Erweiterte Anlagenprüfung

Noten: Nase, Spurwille, Spursicherheit, Anlage zum Stöbern, Wasserfreude, Jagdfreude, Führigkeit, Schussfestigkeit, Freiverloren-Finden, Feiverloren-Bringen, Haarwildschleppe-Ausarbeitung, Haarwildschleppe-Bringen, Bringen aus tiefem Wasser, Buschieren

Gruppe I Leistungsrichter: R. Taberhofer, W. Moser

Gruppe II Leistungsrichter: Mf. E. Spann, Mag. Klara Tydlitova

Gruppe I

Jugendprüfung

III. Preis mit 98 Punkten:  ESS-Rüde Charme me Gently Tamaam, gew.: 23.05.2007, HF.: Gerhard Halbarth.

Da der Rüde am heutigen Prüfungstag nicht von seiner Führerin begleitet wurde, dürfte es zu einem Leistungsnachlass gegenüber dem Frühjahr gekommen sein. Denn schon bei der ersten Spurarbeit zeigt der Rüde wenig Interesse der Spur zu folgen, triftet immer wieder ab, fängt an zu bögeln und bringt die Spur im Großen und Ganzen gerade noch mit genügendem Erfolg zu Stande. Beim Stöbern angesetzt entfernt sich der Rüde, zeigt eine gute Quersuche doch an der Tiefe fehlt es. Das Wasser wird sofort angenommen, (nach Wurf eines Gegenstandes) schwimmt ausgiebig. Da es nicht der Tag des Rüden war, musste auch ein Punkteabzug bei Führigkeit und Schussfestigkeit gemacht werden.

Noten: 2,2,2,3,4,3,3,3. Stumm.

Erweiterte Anlagenprüfung

Ohne Preis mit 146 Punkten: ESS-Hündin Pansgrove Glenda Gleam, gew.: 12.06.2004, HF.: Mag. Adrienne Nikoll.

An der Spur angesetzt arbeitet Glenda nicht so exakt wie im Frühjahr, kommt immer wieder von der Spur ab, arbeitet die Haken sehr lange und es fehlt insgesamt an der Weite. Die Stöberleistung ist ohne Tadel, sie entfernt sich sehr weit, sucht auch in die Breite sehr gut. Bei der Haarwildschleppe praxisgerecht angesetzt, arbeitet Glenda bis zum ersten Haken mit tiefer Nase sehr gut, doch dann überschließt sie den Haken, findet doch den Anschluss wieder, kommt zum zweiten Haken , überschießt ihn wieder und kommt schließlich durch frei Verlorensuche  zum Stück. Nimmt ordnungsgemäß auf, trägt unverzüglich zu und gibt ordnungsgemäß ab. Freiverlorensuche wurde ein leichtes Problem. Glenda sucht brav das zugewiesene Gelände ab, doch findet sie erst nach geraumer Zeit das ausgelegte Stück. Danach war es eine Kleinigkeit, aufnehmen, zutragen und ausgeben sehr gut. Beim Buschieren lässt sich Glenda gut im Flintenschussbereich halten. Zeigt eine gute Quersuche und lässt sich durch Sichtzeichen und Befehle gut lenken. Bringen aus tiefem Wasser. Glenda wollte an diesem Tag einfach nicht ins Wasser, auch als wir es von einer anderen Seite versuchten, da die Strömung die Ente bereits abgetrieben hat. Keine Chance sie wollte einfach nicht ins Wasser. Eigentlich sehr schade, denn es war das letzte Prüfungsfach und somit die Prüfung nicht bestanden. Somit beweist es sich wieder „Ein Tier ist keine Maschine“.

Noten: 3,3,2,4,0,3,4,4,2,4,2,4,0,4. Stumm.

Gruppe II

Anlagenprüfung

I.  Preis mit 135 Punkten: WSS-Rüde, Baron Merylic, gew.: 27.2.2007, HF.: Michael Wimhofer.

Baron wurde eine Hasespur im Rübenfeld angeboten, er nahm sie eifrig (mit viel Passion) an und setzte sofort den Laut an. Wegen des starken Windes folgte er der Spur aber leider nicht lange genug, deshalb wurde er nur im Fach Spurwille mit Note 4 bewertet und im Fach Spursicherheit mit Note 3. Auf den Schuss reagierte er ganz wesensfest und sicher und bekam die Note 4. Zum Stöbern wurde ihm ein ziemlich kompliziertes Gelände mit viel Sträuchern angeboten, er stöberte zwar nicht genug in die Tiefe, deshalb bekam er für Anlage zum Stöbern die Note 3, aber trotzdem zeigte er dabei entsprechende Jagdfreude und gute Nase, fand einen Fasan und wurde in diesen zwei Fächern jeweils mit Note 4 bewertet..  Nach dem Werfen eines Holzapportels ins Wasser zögerte er eine Weile, aber dann zeigte er doch, dass er ganz gut schwimmen kann und verdiente für das Fach Wasserfreude auch eine Note 4. Währen der ganzen Prüfung zeigte Baron eine ganz gute Führigkeit (Note 4) und wurde der beste Hund des Prüfungstages!

Noten: 4 4 3 3 4 4 4 4. Spurlaut.

II a Preis mit 114 Punkten: ESS-Rüde Gomoril vom Urhauswald, gew. 25.4.2006, HF.: Michael Kreuzer.

Der Springer-Rüde nahm die erste Hasenspur mit viel Interesse an. Folgte sie ziemlich viel unter dem Wind und leider kehrte er zu früh zu seinem Führer zurück. Der versuchte ihn wieder anzusetzten, aber ohne Erfolg. Bei der zweiten Hasenspur wiederholte sich sein Verhalten wieder. Der Hund scheinte sich heute nicht ganz gut auf die Spur konzentrieren zu können. Für Spurwille bekam er die Note 4, aber Spursicherheit konnte nur mit der Note 2 bewertet werden.Schussfestigkeit und Führigkeit waren kein Problem (Note 4). Beim Stöbern zeigte sich sehr bald, dass das zugeteilte steile Gelände mit dichtem Dorngebüsch nicht das Optimalste für den Rüden ist. Er suchte nur kurz, kehrte ständig zu dem Führer zurück und musste immer zum Stöbern angetrieben werden. Seine Anlage zum Stöbern konnte man höchstens mit Note 2 bewerten, Jagdfreude und Nase mit Rücksicht auf seine Leistung auf der Spur mit Noten 3. Im Wasser zeigte der Rüde solche Freude, die nur mit Note 4 bewerten sein konnte.

Noten: 3 4 2 2 4 3 4 4. Stumm.

II b Preis mit 111 Punkten: IWS-Hündin Gloris z Rohateckych luk, gew. 17.8.2005, HF.: Günter Wonisch.

Gloris fing die Prüfung mit viel Glück an. Direkt vor ihr am Rande des Rübenfeldes sprang ein Hase auf. Sie folgte dann der Spur (stumm) und mit viel Passion, sie musste dabei einen Zaun umlaufen, fand die Spur auf der Wiese hinter dem Zaun aber sofort wieder und folgte ihr entsprechend lange, womit sie in den Fächern Spurwille und Spursicherheit mit der Note 4 bewertet konnte.

Auf den Schuss reagierte sie zwar nicht ängstlich, aber wollte sich nicht richtig von ihrem Führer lösen und bekam deshalb die Note 3. Beim Stöbern löste sie sich von ihrem Führer dann aber auch nur sehr ungern und machte den Eindruck, sie weiss gar nicht, warum sie sich von dem Herrchen lösen sollte. Anlage zum Stöbern als auch Jagdfreude wurden deswegen mit der Note 2 bewertet. Die Nase konnte auch nur mit Note 3 bewertet werden.Die ganze Zeit zeigte Gloris die beste Führigkeit (Note 4) und beim Schwimmen im Teich überzeugte sie uns alle, dass sie ein typischer Vertreter der Rasse Irish Water Spaniel ist. (Note 4).

Noten: 3 4 4 2 4 2 4 3. Stumm.