Bericht aus dem Jagdreferat

Text: Präsident und Jagdreferent Mag. Heinrich Nikoll

Fotos: Gabriele Halbarth

 

Frühjahrsprüfungen in der Steiermark

 

Die Landesgruppe Steiermark/Kärnten/Osttirol ist von der Mitgliederzahl her betrachtet die zweitgrößte der vier Landesgruppen des österreichweit agierenden ÖJSpK. Zudem ist diese Region durch die landschaftliche Vielfalt auch jagdlich sehr attraktiv. Es war daher mehr als selbstverständlich, die Gelegenheit zu nutzen, diesmal die Frühjahrsprüfungen in einem sehr interessanten Revier in der Südweststeiermark abzuhalten, zumal auch die Prüfungsinteressenten überwiegend aus diesem Raum stammten. Das im Zuge eines wissenschaftlichen Projektes in eine reizvolle Naturlandschaft umgewandelte Areal des ehemaligen Braunkohlekraftwerkes Voitsberg sowie ein uns geneigter Wettergott boten beste Voraussetzungen für den reibungslosen Ablauf der Jugendprüfung (JP) und der Erweiterten Anlagenprüfung (EAP) am 23. April.


Prüfungsleiter Rupert Taberhofer und Meisterführerin Friederike Ackermann bemühten sich, unterstützt von Leistungsrichteranwärter Walter Allmer, die gemeldeten sechs Gespanne, von denen vier zur JP und zwei zur EAP antraten, äußerst professionell durch die Prüfung zu führen. Die Jugendprüfung konnten drei der vier ESS-Hündinnen, übrigens allesamt Wurfgeschwister, auf Anhieb bestehen, eine Hündin wird sich bestimmt bemühen, ihre Leistungen zu einem späteren Termin neuerlich zu präsentieren. Wie überraschend sich ein Prüfungsablauf jedoch gestalten kann, zeigte wieder einmal die EAP. Ein ESS-Rüde bestand die Prüfung mit einem dritten Preis und erbrachte bei dieser Gelegenheit erfreulicherweise auch den begehrten Nachweis des Spurlautes. Der zweite Prüfungskandidat, ein ECS-Rüde, zeigte zwar bei fast allen Fächern Bestleistungen, musste den Heimweg letztlich jedoch leider ohne Preis eintreten, da er sich – möglichweise abgelenkt durch eine frische Fährte –  nicht überreden ließ, das von ihm souverän gefundene, vorher ausgelegte Stück Federwild auch seinem Führer zu bringen, womit ein sogenanntes „Sperrfach“ nicht Prüfungsordnungs-konform bewältigt wurde.

Unser Dank gilt Jagdverwalter Johann Marath, der uns namens der Eigentümergesellschaft GKB das schöne Revier zur Verfügung stellte, dem Richterkollegium, den Kandidatinnen und Kandidaten sowie allen, die durch ihre Mithilfe zu einem erfolgreichen Ablauf dieses Prüfungstages beitrugen

 

Herbstprüfungen im nördlichen Waldviertel

Auf Wunsch mehrerer KandidatInnen wurde rechtzeitig für 21. und 22. Oktober eine Vollgebrauchsprüfung (VGP) ausgeschrieben. Reviere für diese „höchste“ Prüfung müssen vom Bewuchs her andere Voraussetzungen erfüllen und insbesonders auch über reichliche Dickungen sowie über Gewässer mit reichlich Schilf verfügen. Weiters bestand Nachfrage nach dem Abhalten einer Schweißergänzungsprüfung (SEP), um die Bedingungen für einen NÖ-Revierhund zu erfüllen. Deshalb wurde diesmal auch diese Prüfungskategorie, die – abgesehen von Schilfgewässern – ähnliche Voraussetzungen benötigt, angeboten. Die Wahl fiel auf eine wunderschöne Eigenjagd im nördlichen Waldviertel, die uns Dank der Freundlichkeit des Jagdherrn August Weber schon öfter zur Verfügung stand. Wegen der notwendigen zeitraubenden Vorbereitungen dieser Prüfungen und wegen einzelner Bestimmungen der VGP mussten zwei Prüfungstage angesetzt werden. Die Prüfungsleitung übernahm Meisterführerin Friederike Ackermann, die von Heinz Diesenreiter, einem bewährten und bereits auch bei Spaniels erfahrenen Leistungsrichter für Deutsche Wachtelhunde, sowie von Dr. Peter Widmer, langjähriger international tätiger Leistungsrichter für Spaniels und ehemals langjähriger Präsident des Spaniel-Klubs der Schweiz und international anerkannter Kynologe, auf höchstem Niveau unterstützt wurde. Dr. Widmer ist auch seit langem Mitglied des ÖJSpK. Leider nahmen drei der vier zur VGP angemeldeten KandidatInnen, darunter sogar ein Leistungsrichter, diese Besetzung zum Anlass, sich kurz vor der Prüfung wieder von dieser abzumelden. Schade, wurden doch gerade in diese Prüfung seitens unseres Klubs viele Mühen investiert.

Eine Änderung der angebotenen Prüfungskategorien, um eventuell auch anderen Mitgliedern kurzfristig noch einen Antritt zu anderen Prüfungen zu ermöglichen, war natürlich angesichts der allgemeinen Vorlaufzeiten und Bestimmungen nicht mehr möglich. Es blieb daher an diesem Wochenende letztlich bei einer VGP-Kandidatin mit einer ESS-Hündin, sowie den beiden Kandidaten zur SEP. Die dafür gemeldete ESS-Hündin bestand die Prüfung mit Bestnote, der ESS-Rüde leider nicht.

Auch zu diesem Prüfungstermin war uns der Wettergott gnädig, obwohl es zu dieser Zeit im rauen nördlichen Klima auch anders hätte sein können. Selten noch konnte übrigens ein dreiköpfiges Leistungsrichterteam mit insgesamt rund einem Dreivierteljahrhundert Erfahrung im Richtereinsatz so intensiv jedem einzelnen Kandidaten auf den Zahn fühlen. Diesem Team, dem Reviergeber und allen, die bei der Vorbereitung und Durchführung dieser beiden Prüfungstage hilfreich waren, ein herzliches Weidmannsdank!

Das Jagdreferat des ÖJSpK wird sich auch künftig bestmöglich um Vielfalt sowohl bei der Auswahl von Prüfungsrevieren als auch bei der Bestellung von Leistungsrichtern sowie um das Angebot eines nachfragekonformen Prüfungsangebotes bemühen.