ÖSTERREICHISCHER JAGDSPANIELKLUB

Jagdreferat

Jagdliche Frühjahrsveranstaltungen des ÖJSpK wecken Begeisterung

Autor: Mag. H. Nikoll, Präsident und Jagdreferent des ÖJSpK

Fotos: Mag. R. Nievoll, Öffentlichkeitsreferent des ÖJSpK

 

Manchmal passt einfach alles. Mitte vorigen Jahres bekam ein prominenter Weidmann, erfahrener Hundeführer und noch dazu Jagdleiter eines großen Genossenschaftsrevieres vor den Toren Wiens, Familienzuwachs in Form eines - wie sich bald herausstellte recht gut veranlagten – Spaniels aus steirisch-jagdlicher Zucht. „Luk“ (Pansgrove Lance Landon) wurde von Rudelchef „Dago“, einem älteren Deutsch-Kurzhaar-Rüden, und den Hunden anderer Familienmitglieder, freundlich aufgenommen und ist von seinem Herrl, kaum zu trennen, mit dem sich bald ebenso freundschaftliche Kontakte auf Klubebene entwickelten. Die Einladung, im Revier des Jagdherrn unsere Frühjahrsveranstaltungen durchführen zu dürfen, fügte sich beinahe automatisch dazu und wurde natürlich mit großer Freude angenommen. Ziel war, alles bis Mitte April, dem Beginn der Schusszeit auf Rehwild in Niederösterreich, erledigt zu haben, weshalb in einem knappen Zeitkorridor zwischen Begin der Vegetation  und diesem Zeitpunkt nur wenige Termine in Frage kamen. Bei der Vorbereitung wurden wir vom Jagdleiter und seiner hilfsbereiten Gattin äußerst effizient unterstützt.

Übungstag am 18. März

 

 

Rund ein Dutzend Spaniels und beinahe doppelt so viele Begleitpersonen konnten trotz Kaltfront  mit Starkwind die Prüfungsfächer zur Jugend- und Anlagenprüfung sowie zur Erweiterten Anlagenprüfung unter fachkundiger Begleitung durch Mf. Friederike Ackermann gemeinsam ausführlich üben und sich solcherart – soweit dazu angemeldet – auf die am nachfolgenden Wochenende stattfindenden Prüfungen vorbereiten. Die dabei gesammelten Erfahrungen wurden beim spätnachmittäglichen „Schüsseltrieb“ ausführlich ausgetauscht. Beste Voraussetzungen also für diejenigen, die auch zu den Prüfungen gemeldet waren.

 

 

Erweiterte Anlagenprüfung (EAP) am 24. März

Bei bestem Wetter traf sich eine stattliche Corona an diesem Tag zur EAP, zu welcher drei Hunde, darunter auch ein Gespann aus Deutschland gemeldet waren. Das Leistungsrichterteam bestand aus Prüfungsleiterin Mf. Friederike Ackermann und Dr. Peter Widmer, für den dieser Prüfungseinsatz eine besondere Premiere darstellte. Der Schweizer war viele Jahre Präsident des dortigen Spanielklubs und  internationaler Jagdlicher Leistungsrichter für Spaniels. Als solcher richtete er häufig auch in Österreich, wo es ihm so sehr gefiel, dass er nun hier auch seinen Wohnsitz hat. Seit Mitte März ist Peter nun auch offiziell vom ÖJGV (Österreichischer Jagdgebrauchshundeverband) anerkannter österreichischer Jagdlicher Leistungsrichter für Spaniels. Den topografischen Empfehlungen des Jagdleiters folgend fand am Nachmittag die Prüfung statt, bei der allen Gespannen ausreichend Gelegenheit zur Präsentation ihres Könnens geboten wurde. Der in anderen Revieren mitunter eher sparsame Hasenbesatz war mehr als ausreichend und auch für die Wasserarbeit bestanden mit gefluteten ehemaligen Ziegelgruben aus der K&K-Monarchiezeit beste Voraussetzungen. Natürlich gab es auch reichlich Gelände zum erfolgreichen Stöbern und für die Freiverlorensuche. Die Ergebnisse bei letzterer waren jedoch leider durchwachsen, sodass nur eine Hündin die EAP positiv abschließen konnte.

Den Abend durften wir im gemütlichen Jagdraum im Gutshof unserer Gastgeber verbringen, die uns mit köstlichen Wildspezialitäten bewirteten.

Jugend- und Anlagenprüfung (JP/AP) am 25. März

Angesichts von acht Meldungen zu diesen Prüfungskategorien war der Start bereits für den frühen Morgen geplant. Die Verstärkung des Leistungsrichter-teams, Mag. Klara Tydlitova, traf ebenso pünktlich im Standquartier ein wie die zahlreichen Teilnehmer.

Der Jagdleiter ließ es sich nicht nehmen, auch an diesem Tag die Revierführung persönlich zu übernehmen, obwohl er selbst mit seinem Hund ebenfalls zur Prüfung antrat. Die Wetterumstände waren beinahe noch besser als am Vortag und die Hasen feierten buchstäblich Hochzeit. Die antretenden Hunde und wohl auch deren Führer waren in kaum je dagewesener Höchstform, sodass zunächst einmal bis zur Mittagspause noch alle im Rennen waren. An einem sonnigen Platz mitten im Revier bewirteten uns die Gattin des Jagdleiters gemeinsam mit Gabi Parzer, Landesgruppenobfrau des ÖJSpK , mit stärkender Suppe, Wildleberkäase und köstlichen Mehlspeisen. Auch wenn der baldige neuerliche Aufbruch manchen schwerfiel, lohnte sich die Mühe, wurde doch auch das schwierige Stöberfach von allen Hunden sogar mit Bestnote bewältigt – ein Ergebnis, das es tatsächlich nur „alle heiligen Zeiten“ gibt.

Kein Wunder, dass Preisverleihung und Schüsseltrieb mit viel Begeisterung abliefen. Umso mehr, als die Gattin des Jagdherrn neuerlich ihre Rolle wechselte und uns gemeinsam mit ihren Kollegen der Jagdhornbläsergruppe „Anninger-blick“ mit ausgewählten jagdlichen Hornklängen einen besonders stim-mungsvollen Abschluss bereitete.

Allen, die diese Tage für uns ermöglichten, ein aufrichtiges „Weidmannsdank“, und allen, die daran teilnahmen, ein herzliches Weid-mannsheil und viel Freude mit unseren Spaniels. Möge die gezeigte Begei-sterung zu vielen weiteren schönen und erfolgreichen Erlebnissen führen

Abschließend noch ein Hinweis: Die Ergebnisse der Prüfungen dürfen unter Beachtung der enstprechenden Bestimmungen erst in einigen Wochen veröffentlicht werden.