Wichtige Information für Jagdhundeführer über die Aujeszky‘sche Krankheit

Krankheitsübertragung
·         Hauptwirte für das Virus sind Wild- und Hausschweine (der Hausschweinebestand in Österreich ist virusfrei)
·         Keine Gefahr für Menschen
·         Keine Übertragung von Hund zu Hund bzw. Hund zu Mensch (Fleischfresser sind Endwirte)
·         Übertragung vom Wildschwein auf den Hund
·         Große Virusmengen im Schwein: Nervengewebe, Lymphgewebe, Nasen-, Maul- und Rachenschleimhäute, Gescheide
·         Virusübertragung: durch Schwarzwildaufbruch, durch rohes Wildschweinefleisch, durch virushältige Gewebe und Ausflüsse

Krankheitsverlauf
·         Für Hunde in jedem Fall innerhalb weniger Tage (1 – 3 Tage) tödlich (Gehirn- und Rückenmarksentzündung, starker Juckreiz, Atemnot, starkes speicheln, Fressunlust, Fieber)
·         Für Hunde gibt es keinen Impfstoff
·         Geringes Auftreten bei Jagdhunden in Österreich: Laut VetMedUni Wien 2004 – 1 Fall; 2008 – 2 Fälle; 2010 – 2 Fälle
·         Für Jagdhunde ist das Gefährdungspotential schwer einschätzbar, da Österreich frei von der Aujeszky‘schen Krankheit bei Hausschweinen ist und einer ständigen Überwachung unterliegt
·         Für Wildschweine gibt es bisher keine flächendeckende Untersuchung in Österreich

Jagdliche Empfehlungen – die das Risiko für den Jagdhund verringern !!!
o    Ein Kontakt „Jagdhund–Wild“  während der Jagdausübung lässt sich schwer verhindern!  Jedoch ist der direkte Kontakt des Jagdhundes mit Schwarzwild auf ein Mindestmaß zu beschränken!
§  kein Kontakt des Jagdhundes mit dem Aufbruch von Schwarzwild
§  kein Kontakt mit Schwarzwild bei Streckenlegung
§  keinen Schwarzwildaufbruch oder rohes Wildschweinefleisch verfüttern
§  kein „genossen machen“ mit Teilen von Schwarzwild (Lecker, etc.)
§  kein Kontakt des Jagdhundes mit Ein- und Ausschuss bei Sauen

o    Achtung beim Einsatz des Jagdhundes im benachbarten Ausland: Bis zu 30 % der Wildschweinpopulation hatte Kontakt mit dem Virus

Mögliche Entschädigung beim Tod des Jagdhundes:
Bitte bei den zuständigen Landesjagdverbänden erkundigen, ob es eine Entschädigung, wie z.B. in OÖ die Jagdhundebeihilfe oder in NÖ über den Jagdhundesolidaritätsfonds, gibt.

·         Beim Jagdhundeeinsatz in umfriedeten Eigenjagdgebieten wird dem Hundeführer empfohlen, für einen Infektionsfall das Modell des Solidaritätsfonds des NÖ LJV mit dem Jagdausübungsberechtigten vorweg zu vereinbaren.

Als Jäger müssen wir uns vor Augen halten, dass für eine weidgerechte Jagd folgendes nach wie vor gilt:

Eine effektive Schwarzwildrückjagd ist nur durch den Einsatz des tauglichen Jagdgebrauchshundes gegeben! Aber durch die Befolgung der oben angeführten Empfehlungen kann das Risiko auf ein Minimum reduziert werden!

Weitere Informationen:
http://www.ages.at/ages/gesundheit/tier/aujeszkysche-krankheit/
http://www.vu-wien.ac.at/i123/spezvir/Aujeszky1.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Pseudowut

http://www.hund-jagd.de/content/index_html?a=&b=7&docID=2841